• Franziska Roth

Diesen finanzpolitischen Irrflug brauchen wir nicht!


Neue Kampfjets sollen im 21. Jahrhundert Sicherheit bieten?

Ganz ehrlich: Wer kann die Nato überrennen, um die Schweiz anzugreifen? Soll die Schweiz mit einem Tarnkappenbomber Moskau oder Lissabon bombardieren? Das ist absurd. Mit dieser Vorlage werden 24 Milliarden für falsche Prioritäten ausgegeben. Diesen finanzpolitischen Irrflug brauchen wir nicht. Die Schweizer Luftwaffe hat seit der Ausmusterung der Hunter auf Kampfflugzeuge für die Offensive verzichtet. Sie ist gut beraten, das weiterhin zu tun. Das Schutzversprechen des VBS ist unglaubwürdig. Der Luftraumschutz weist auch mit Luxusjets zahlreiche Löcher auf.


Die wahren Bedrohungen, vor denen sich unser Land schützen muss, sind Viren und daraus folgende Pandemien, Klima- und Umweltkatastrophen, Cyberattacken und terroristische Anschläge.

Klar ist: Die Schweiz braucht für die Selbstständigkeit eine solide wirksame Luftpolizei. Dazu genügt ein leichtes, wendiges, schnell startendes Kampfflugzeug, das mit Überschallraketen bewaffnet ist. Das reicht aus, um im sehr stark befahrenen Schweizer Luftraum für Ordnung zu sorgen. Höchstleistungs-Kampfjets brauchen viel zu lange, um startfähig zu sein. In den 15 Minuten zwischen Alarm und Start hat ein gewöhnliches Zivilflugzeug die Strecke Schaffhausen-Chiasso zurückgelegt. Für robustere Szenarien steht weiterhin der F/A-18 Hornet bereit. Aufgrund der Grösse und der kontinentalen Lage unseres Landes sind eine moderne bodengestützte Luftverteidigung, Radarüberwachung und Führungs- und Kontrollsysteme die tragenden Elemente und nicht die Höchstgeschwindigkeit und Ladekapazität der Bomber.


Die Schweiz muss ihre finanziellen Mittel für die Sicherheit mit Bedacht einsetzen. Statt 24 Milliarden für sinnlose Luxus-Kampfjets zu verschleudern, können wir sofort leichtere Kampfjets beschaffen und in die bodengestützte Luftverteidigung investieren.

So bekommen wir doppelte Sicherheit zum halben Preis.


Contra in der Solothurner Zeitung vom 4. August 2020 zum Thema «Lohnt es sich, so viel Geld für die Sicherheit zu investieren?». Zum Beitrag >

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