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So wi du au – 60 Jahre insieme Solothurn

  • Autorenbild: Franziska Roth
    Franziska Roth
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit
So wi du au – 60 Jahre insieme Solothurn: Eine Rede, die bewegt

60 Jahre insieme Solothurn – ein Jubiläum, das nicht nur gefeiert, sondern vor allem gespürt wurde. Unter dem Motto «So wi du au» stand ein Anlass, der eindrücklich zeigte, worum es insieme seit sechs Jahrzehnten geht: um Teilhabe, Menschlichkeit und die Überzeugung, dass jeder Mensch dazugehört.


Meine Rede traf dabei hoffentlich einen Nerv. Ich würdigte nicht nur die Geschichte von insieme, sondern vor allem die Menschen dahinter – jene, die tagtäglich Inklusion leben und unsere Gesellschaft prägen.


Weil diese Worte weit über den Moment hinaus wirken sollen, teilen ich die Rede hier in voller Länge.


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Liebe Menschen, insieme, ist nicht nur ein Wort, es ist eine Haltung, ein Auftrag und vor allem ein Versprechen. Ein Versprechen, das seit 60 Jahren immer wieder ausgesprochen und täglich aufs Neue eingelöst wird. Ich gratuliere von Herzen.

 

Was für eine wunderbare, menschliche Kraft. 60 Jahre. Heute habt ihr ein Musical aufgeführt und gezeigt, welche Fähigkeiten in Euch stecken. Das war der «füdleblutt Wahnsinn». Ich hoffe, dass ihr das Musical noch ganz vielen Menschen vorführend könnt, denn es geht unter die Haut, bleibt als Ohrwurm in Erinnerung und bringt Herzen ebenso zum Lachen.


Die 60 Jahrfeier von inseme passt zu zwei Actionhelden aus dem Gründungsjahr 1966. Batman wird als farbenfrohe und oft humorvolle Batman-TV-Serie geboren. Und die Fantasieserie Star Trek wird ins Leben gerufen.

 

Aber noch besser: 1966 ist wie 2026 das Jahr des Feuerpferdes. Das gibt es nur alle 60 Jahre: Es wird als ein Jahr betrachtet, in dem sich Geschichte beschleunigt und Entscheidungen ohne Rückweg getroffen werden. Es gilt als Symbol für enorme Energie, Radikalität, Umbrüche und Rebellion. Es steht für Leidenschaft.


Die Gründung von insieme musste ja so kommen. Wie das Feuerpferd steht insieme ganz im Zeichen von Bewegung, Aufbruch und dem Wunsch, Dinge aktiv zu gestalten. Insieme schafft Veränderung mit Zuversicht, Energie und dem Blick nach vorn. Insieme ist rebellisch und schaut der Politik auf die Finger, wenn es darum geht, die UN BRK umzusetzen. Als Präsidentin der Stiftung denk an mich erfahre ich, wie viel Kraft ihr habt und wie vielen Menschen ihr mit der Organisation von Ferien Entspannung und Erholung vom Alltag verschafft. Übrigens, auch das musste wohl so sein: Hört gut zu: die Verpflichtung zu bezahlten Ferienwochen gibt es erst seit 1966. Es war der Sauerstoffmangel in den Büros, der die Idee von Ferien aufkommen liess. Nur so könne man die geistige Ermüdung bekämpfen, hiess es. Das galt zunächst für Büroangestellte, nicht aber für Arbeiter, die draussen rackerten – die hatten ja genügend frische Luft. Mit der Zeit akzeptierte man auch körperliche Belastungen als Grund, Urlaubstage zu gewähren. Erst Ab 1966 legte das Arbeitsgesetz ein Minimum von zwei Ferienwochen fest.


Liebe Menschen von insieme, eure Stärke ist die Menschlichkeit. Ihr glaubt an die Fähigkeit jedes einzelnen Menschen, egal welche Diagnose man hat. Immer wieder höre ich, dass Stiftungen oder Institutionen Leuchttürme für Menschen mit Behinderung seien. Ist das so? Ich sehe es anders: Jeder und jede einzelne von Euch wirkt als Leuchtturm. Ihr verhelft uns zu Orientierung, Sicherheit, und bringt Hoffnung und Beständigkeit. Ihr beweist, dass jeder Mensch einen Willen hat, der Berge versetzen kann und ihr zeigt, dass versetzte Berge Sonne an Orte bringt, wo Dunkelheit und Kälte war.


Ich bringe euch nicht nur ein Grusswort, ich bringe euch auch meine Verpflichtung mich als Politikerin für diese Investitionen und das Bekenntnis stark zu machen.


Behindertenorganisationen sind den meisten Politiker:innen fremd. Das gilt es zu ändern. Denn ich weiss, hier wird getanzt und gestritten, gearbeitet und geliebt. Ich werde die Kraft des Feuerpferdes nützen und in der Wandelhalle -mit der eurer Energie geladen- Projekte vorantreiben und allen sagen: «hei si maches so wie du au, sie si so wie du au und si weis es so wie du au, und mir Politikerinne und Politiker sötte ändlich vorwärtsmache mit der Menschlichkeit, so wie sie au!»


Ich danke, dass ich heute dabei sein darf. Ich fühle mich geehrt und stosse jetzt auf Euch an!

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