• Franziska Roth

Gleich lange Spiesse beim Breitensport


Ich gestehe offen, ich habe schon ab und zu an Schiessübungen teilnehmen dürfen und ja, als Rote tatsächlich schon ins Schwarze getroffen.

Unbestritten, Schiessen verlangt neben einer ruhigen, präzisen Hand, mentale Stärke und eine gute Fitness.


Wer 15-jährig ist, kann sich für einen Jungschützenkurs anmelden. In diesen Kursen wird der Umgang mit dem Sturmgewehr 90 der Schweizer Armee geübt. Auf allen Ausbildungswegen, mit allen Sportgeräten und in allen Disziplinen gilt ein Grundsatz: Sicherheit steht an oberster Stelle. Schützinnen und Schützen sind Sportler, sie sprechen deshalb auch nicht von Waffen, sondern von Sportgeräten.


Der Schiesssport ist wie der Motorsport, das Radfahren, Fussball etc. vor allem eines: eine Sportart. Das bestreitet auch das VBS, resp. der Bundesrat nicht. Hingegen streicht der Bundesrat heraus, dass der Schiesssport als Breitensport zu mehr Sicherheit in der Armee führt. Solange das obligatorische Schiessen wirklich obligatorisch ist, ist es auch in Ordnung, wenn wir über die Armeebotschaft dafür sorgen, dass die Schiessvereine die dafür notwendige Munition erhalten. Von der Subventionierung des Schiesssports ganz allgemein profitieren ja nicht allein die Armeeangehörigen.


Es ist und bleibt gegenüber den anderen Breitensportarten, die für die Fitness und vor allem für die mentale Stärke ebenso einen wichtigen Beitrag leisten, aber eine absolute Ungerechtigkeit.


Es ist nicht vertretbar, wenn NUR eine Sparte der Sportvereine finanziert aus dem Armeebudget eine zusätzliche generelle Netto-Subvention in der Höhe von 10.2 Millionen Franken erhält.


Letztes Jahr sprach ich an dieser Stelle vom alten Zopf und der Rat hat diesen mit seinem Nein zu meinem Antrag leider nicht abgeschnitten. In der Zwischenzeit wuchs dieser alte Zopf weiter.


Kaum ein Sport wird vom Staat aufgrund der Armee so stark gefördert wie das Schiessen.


Für 2017 schätzte das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) den Betrag auf über sieben Millionen Franken.

Darin enthalten waren Subventionen an Vereine, den SSV und die Bereitstellung von Munition – kostenlos oder zum Selbstkostenpreis: Das ist genug, um fast sechs Millionen Schüsse abzugeben. Betrachtet man im Gegenzug die Förderung der Jugendarbeit, so sind es 885'000 Franken.

2018 waren es über 8 letztes Jahr über 9 und jetzt über 10 Mio. Das ist gegenüber dem Breitensport schlicht und einfach nicht richtig, darüber vermag das Stichwort Sicherheit auch nicht hinwegtäuschen. Im Gegenteil, es wirkt vorgeschoben.


Vorhin hat mir ein Kollege gesagt: Alle Jahre wieder! Nun ich halte mich mit meinem Antrag lieber an „täglich ruft das Murmeltier“, denn bei dem Film gibt es am Schluss ein Happyend.


Mein Antrag ist nicht ein Antrag gegen das Schiessen, sondern für gleich lange Spiesse der einzelnen Arten im Breitensport und ein Armeebudget, dass nicht opportunistisch eingesetzt werden kann.


Denn das Schiessen ist wie Reiten, Leichtathletik, Marathon etc. ein wichtiger Sport für die Fitness und mentale Stärke unserer Menschen im Land. Darum ist es seit 1896 auf dem olympischen Kalender und gehört darum über das Bundesamt für Sport subventioniert und nicht über die Armeebotschaft.


Schauen Sie dazu auch mein Votum vom 8. Juni aus der Sommersession 2021.

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