Taschenmunition gehört nicht nach Hause – ein Entscheid für echte Sicherheit
- Franziska Roth

- 10. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Die Taschenmunition den Soldatinnen und Soldaten mit nachhause zu geben ist so schädlich wie veraltet. Dass Wehrmann und Wehrfrau in der Lage sein sollen, sich in gewissen Fällen, mit einer Schusswaffe mitsamt Munition den Weg zum Treffpunkt frei zu schiessen, entspringt einem Bild aus dem letzten Jahrtausend. Die Motion von Werner Salzmann steht in der Logik, es sei nicht so wichtig, wenn wir die alltägliche Sicherheit vernachlässigen. Viel wichtiger sei es, im Falle eines grossen Angriffs mit Bodentruppen schon vor Mobilisation der Armee guerilla-mässig bereit zu sein. Ich halte diese Logik, die leider vielen Beschlüssen unserer Kommission zugrunde liegt, für äusserst fragwürdig. Denn die Hauptbedrohung ist heute hybrider Art, betrifft also die alltägliche Sicherheit und nicht die Mobilmachung der Armee. Wir dürfen die alltägliche Sicherheit nicht zugunsten weniger plausibler Szenarien vernachlässigen.
Würden beispielsweise bei einem terroristischen Grossangriff tatsächlich zur Unterstützung der Polizei Truppen aufgeboten, so entstünde eine schwer kontrollierbare Situation, wenn die Angehörigen der Armee bereits auf ihrem Weg zum Sammelplatz vom Sturmgewehr Gebrauch machen und um sich schiessen würden. In einer solchen Lage geht es um Deeskalation und Verhältnismässigkeit. Dafür ist die Polizei ausgebildet, nicht aber Infanteristen, die eine Kampfausbildung haben. Historisch hat sich gezeigt, dass der Armeeeinsatz im Innern ein inakzeptables Risiko unverhältnismässiger Gewaltanwendung in sich birgt; dieses Risiko dürfen wir nicht eingehen.
Es ist wissenschaftlich unterlegt, dass die Taschenmunition im Zeughaus ihre volle Wirkung zeigt. Es ist klare Suizidprävention. Es gibt Hunderte von Studien, die das festhalten. Auch für die psychiatrischen Fachorganisationen und gesundheitspolitischen Institutionen in der Schweiz ist es erwiesen, dass eine Verminderung der verfügbaren Mittel wie Waffen, Munition, tödliche Medikamente usw. das Risiko von Tötungen im Rahmen häuslicher Gewalt und von Suiziden deutlich senkt.
Es ist sicher richtig, dass man nicht jeden Fall verhindern kann. Aber: Zwischen der Extremsituation, in der die Menschen höchst verzweifelt sind und keinen Ausweg sehen, und der Möglichkeit, die Tat auszuüben, zählt jede Sekunde der Verzögerung. Es zählt jede Sekunde, die es länger dauert, bis ein Mensch zur Tat schreiten kann. Wenn die Schusswaffe eben nicht mehr oder nur ohne Munition im Keller ist, so rettet das nachweislich Leben und dient der Sicherheit der Bevölkerung.
Zusammengefasst: Wir haben vor knapp 20 Jahren einen richtigen Entscheid gefällt, als wir entschieden haben, dass die Taschenmunition nicht zuhause sein soll. Ich bin froh, ist der Rat unserer Minderheit gefolgt und will, dass die Munition weiterhin dort bleibt, wo sie hingehört: Im Zeughaus.
Schauen Sie dazu den Beitrag vom 20. November 2025 in 10 vor 10.



Kommentare