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  • AutorenbildFranziska Roth

Ich kann nicht, gibt's nicht.

Cupfinal

Oder wie das Sprichwort sagt «Berge versetzen». Das Unmögliche zu erreichen, insbesondere aus Liebe dazu, und dabei erfolgreich zu sein, ist bemerkenswert. Die Liebe zum Fussball kennt keine Grenzen, und der Liebe zum Spielen sollte keine Grenzen auferlegt werden. Der Cupfinaltag fungiert hier als «Spielmacher», indem er der politischen Schweiz, die bezüglich Inklusion den «Cupfinal» verpasst, zeigt, wie man das «Runde ins Eckige» bringt.


Die Schweiz verdient eine gerechte Politik, die sich für Aufklärung, Veränderung und Vernunft einsetzt.

In der Schweiz leben 1,8 Millionen Menschen mit Behinderungen. Im April 2014 trat die Schweiz aus der «Defensive» heraus, und unser Land erhielt endlich das «Aufgebot», um in der «Champions League» zu spielen. Die Schweiz hat als 144. Staat die UNO-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) unterzeichnet. Diese Konvention sichert das Recht auf Beschäftigung, auf einen angemessenen Lebensstandard und sozialen Schutz. Sie gewährleistet gleichen Zugang zur Bildung, das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen und kulturellen Leben sowie Schutz vor Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch.


Im März 2022 fand dann das «Aufstiegsspiel» statt und die Umsetzung der UN-BRK in der Schweiz wurde erstmals überprüft. Wir spielten miserabel und erhielten zu Recht die «Rote Karte» für unser Fehlverhalten.


Zu oft greift die Schweiz zur «Blutgrätsche» und verletzt damit die Rechte der 1,8 Mio. Menschen mit Behinderungen in vielerlei Hinsicht. Schwere Mängel in der Gesetzgebung und ihrer Umsetzung kommen ans Tageslicht. Das Schweizer Rechtssystem basiert immer noch auf einem medizinischen, defizitorientierten Verständnis von Behinderung, was dazu führt, dass Stärken oft erst spät erkannt und gefördert werden.


Für viele Menschen in der Schweiz hängt das Recht auf Gleichstellung vom Zufall ab.

Es fehlt an einer klaren schweizweiten Strategie zur Beseitigung der Hindernisse für Menschen mit Behinderungen und der «Kantönligeist» produziert noch immer zu viele «Fouls». Die bestehenden Gesetze werden weiterhin nicht systematisch im Sinne der UN-BRK überprüft, erlassen oder überarbeitet. Die Behörden und die Politik stellen die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen immer wieder ins «Abseits». Hinzu kommt, dass Gesetzesrevisionen auf allen Ebenen ohne Beteiligung der «Nationalmannschaft», also ohne Beteiligung von Menschen mit Behinderungen, und ohne Berücksichtigung ihrer Anliegen und Bedürfnisse durchgeführt werden.


Ganz anders ist es beim Solothurner Fussballverband SOFV.

Er hat das Potenzial, zur «Talentschmiede» für die politische Schweiz zu werden. Mit dem Cupfinal hat er bereits einen «echten Hattrick» erzielt und in der ersten «Halbzeit» Tore für Teilhabe, Solidarität und Selbstbestimmung geschossen.

Im Cupfinal Solothurn spielt man nach dem Motto: «Ich kann nicht, gibt's nicht!»


Ich wünsche mir, dass die politische Schweiz nach zahlreichen «Eigentoren» nun das «Ehrentor» anstrebt. Ich setze mich dafür ein, dass die politische Schweiz in Sachen Inklusion endlich Berge versetzt und eine Politik verfolgt, die niemanden zurücklässt.


Wir wissen, was zu tun ist. Wir wissen, wie es zu tun ist, und wir haben die Mittel, es zu tun.

 

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